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18. März 2014 | But Out Of Limitations Comes Creativity

Meine Kollektion fällt auf durch Blumenmuster und Animal Prints, die aussehen wie gemalt. Nun könnte man denken, ich hätte ein herausragendes Talent fürs Malen. Weit gefehlt! In Tat und Wahrheit habe ich zwei linke Hände bei Farbe und Pinsel. Meine Werkzeuge sind eine Nikon D 80, ein PC, Adobe Photoshop und digitaler Textildruck.

Seit mehr als zwölf Jahren fotografiere ich nun Blumen und Tiere. Sie sind eine nie endende Quelle der Inspiration für mich. Wenn ich spazieren gehe, scanne ich permanent die Natur um mich herum. Ich bleibe ständig stehen, um eine Blüte oder ein Insekt ganz genau zu betrachten. Ich bin besessen von Mustern; Flora und Fauna arrangieren sich vor meinen Augen zu Textildesigns. Ich sehe diese Muster sogar mit geschlossenen Augen. Manchmal kann ich deshalb gar nicht einschlafen.
Bereits während des Fotografierens habe ich schon jede Menge Designideen im Sinn. Deshalb mache ich Fotos aus allen möglichen Winkeln, mit unterschiedlichem Fokus und verschiedenen Kameraeinstellungen. Ja, mein digitaler Fotopool ist gewaltig groß.

Mit dieser Menge an möglichen Designideen mache ich mich also an die Arbeit. Manchmal lassen sich die Blumen oder Insekten genau nach meiner Vorstellung arrangieren. Das liebe ich! Manchmal verweigern sie sich aber auch meiner vorgefassten Idee. Dann spiele ich solange mit dem Subjekt, bis es seinen wahren Charakter zeigt. Dabei entsteht etwas völlig Ungeplantes. Das liebe ich auch!
Ganz selten kann es aber mal passieren, daß ich mitten im Prozess überhaupt nicht mehr zufrieden bin mit meinem Fotomaterial. Wenn ich Glück habe, sind es neue Aufnahmen oder mindestens in der gleichen Jahreszeit aufgenommen. Dann ziehe ich nochmal los und mache bessere Bilder. Wenn ich Pech habe, ist das Objekt meiner Begierde bereits verblüht, oder die Saison ist schon längst vorbei. Dann muss meine Idee warten. Oder – noch schlimmer – sie schafft es nie, ein Textildesign zu werden. Das mag ich dann gar nicht.

Die nächsten Schritte in meinem Arbeitsprozess sind Textildruck und Nähen. Da profitiere ich von meinem Know-how als Textilingenieurin und Damenschneiderin. Für mich als Textilprofi war das Aufkommen und die Etablierung von digitalem Textildruck DAS Ding. Von Anfang an war ich Fan der Technik und ihrer endlosen Möglichkeiten. Durch Fotografie und Digitaldruck wurden alle meine textilen Träume wahr. Richtig spannend wurde es für mich, als ich Sublimationsdruck kennen lernte (eine Variante des Digitaldrucks). Mit dieser Technologie habe ich die komplette Kontrolle über jeden Schritt in der Herstellung. In diesem Making-Of kann man sehen, wie ich wirklich alles – vom Foto über Design zu Druck und Nähen – selber mache. Übrigens alle Produkt- und Modefotos meiner Kollektion mache ich ebenfalls selbst.

Das Großartige am Accessoire-Design ist die Freiheit, die ich dabei habe. Würde ich Textildesign für Meterware machen, wäre ich eingeschränkt durch Warenbreite und Rapport. Meine Arbeitsweise hingegen ist so, daß ich das Muster auf den jeweiligen Schnitt des Handschuhs/ Taillengürtels/ Seidentuches oder Foulards abpasse. Diese Schnitte werden übrigens von mir an Prototypen entwickelt und getestet.
Mein Designen ist also vergleichbar mit der Arbeit eines Floristen: ich mache Blumenarrangements – in denen hier und da auch ein Tier vorkommt.

Und überhaupt: Accessoires! Ich liebe Accessoires, weil sie einfach das „Wow!“ und das „Oh la la!“ sind. Sie sind das Sahnehäubchen. Sie sind eine Augenweide, die pure Raffinesse. Und sie sind das bessere Kleidungsstück – immer.

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